Pressemitteilung des Demo-Bündnisses #2

Mehr als 400 Menschen demonstrieren gegen rechte Gewalt in Kiel.
Anlässlich des anstehenden Gerichtsprozesses gegen den Kieler Neonazi Christopher R. rief ein breites Bündnis aus Betroffenen, linken und zivilgesellschaftlichen Gruppen, Parteien und Verbänden zu einer Demonstration unter dem Motto: „Solidarität mit Claudiu C. und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt! Schluss mit der Nazigewalt in Kiel – Weg mit der neonazistischen ‚Aktionsgruppe Kiel’!“ am 02.07.2010 auf.
Trotz der drückenden Hitze und einer zeitgleich stattfindenden antifaschistischen Demonstration in Bargteheide zeigten sich mehr als 400 Menschen solidarisch mit dem Tänzer Claudiu C., der im April letzten Jahres von Neonazis brutal zusammengeschlagen wurde und demonstrierten gegen Nazi-Gewalt in Kiel. Unter anderem gab es Zwischenkundgebungen vor dem Buchladen Zapata in der Sternstraße und am Asmus-Bremer-Platz. Die Abschlusskundgebung fand auf dem Rathausplatz statt. Auch der betroffene Tänzer Claudiu C. selbst nahm, ebenso wie Vertreter_innen anderer betroffener Einrichtungen und Projekte, an der Demonstration teil.
„Wir begrüßen es, dass unser Druck offensichtlich Wirkung gezeigt hat und der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig sich nach einem Jahr des Schweigens endlich zu den fortlaufenden Neonazi-Angriffen in Kiel äußert.“, so Demo-Sprecherin Elena Pieper. „Nur schöne Worte allein reichen aber nicht aus.“ Im Vorfeld der Demonstration waren über 7000 Flugblätter verteilt worden um die Öffentlichkeit über die fortlaufenden Übergriffe der neonazistischen „Aktionsgruppe Kiel“ zu informieren.
Dass Nazi-Gegner_innen in Kiel nach wie vor auf sich allein gestellt sind, wird unter anderem daran deutlich, dass die Kieler Polizei die Ermittlungen nach dem letzten Angriff auf den Buchladen Zapata einstellte, obwohl Zeug_innen die Täter_innen beobachtet und das Auto-Kennzeichen des Fluchtautos der Neonazis notiert hatten. Es stellte sich heraus, dass es sich um das Auto der Mutter des bekannten Kieler Neonazis Daniel Zöllner handelte. „Dieses Verhalten der Kieler Polizei zeigt, dass nach wie vor kein ernsthaftes Interesse besteht, die sich stetig wiederholenden Neonazi- Angriffe zu ahnden.“, so Elena Pieper abschließend.


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